Call for Papers

Vielen Dank für die zahlreichen Einsendungen, der Call for Papers ist nun geschlossen!

Die digitale Welt beeinflusst durch ihre strukturellen Dimensionen die Art und Weise, wie unterschiedliche Akteure sprachlich handeln und welchen politischen wie pragmatischen Grenzen sie dabei unterworfen sind. Zwar stellen Digitalität und deren Einfluss auf Sprache als solche im sprachwissenschaftlichen Diskurs keine gänzlich neuen Forschungsgebiete dar, jedoch hat nicht zuletzt die noch immer andauernde Covid-19-Pandemie den Blick erneut darauf gelenkt, auf welche Weise der digitale Raum zum Austausch und zur Vermittlung von Wissen genutzt werden kann, um solchermaßen eine bestehende physische Distanz zwischen einzelnen Sprachnutzer*innen zu überbrücken. Dabei bietet die Digitalität nicht nur großes Potenzial für interaktive Vernetzung und Lehre, sie stellt Interagierende ebenfalls vor vielfältige kommunikative Herausforderungen und führt zu einer Veränderung von Sprache.  

Die Sprache in der digitalen Welt lässt sich dabei aus unterschiedlichen Forschungsdisziplinen wie beispielsweise der Computerlinguistik (z.B. Lobin 2010), der Kognitiven Linguistik (z.B. Schwarz-Friesel 2019), der Sprach- und Mediendidaktik (z.B. Beißwenger 2019) und anhand mannigfaltiger Fragestellungen beleuchten. Ebenso facettenreich wie die Forschungsrichtungen sind die Methoden, die zur Untersuchung und der daraus resultierenden Beschreibung der in der digitalen Welt verwendeten Sprache gebraucht werden. Gerade vor dem Hintergrund der Aktualität und Relevanz des Themas ist der interdisziplinäre Austausch ausdrücklich anzustreben.

Ziel des diesjährigen LIPP-Symposiums ist es daher, Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Disziplinen zusammenzuführen, um auf diese Weise ein multiperspektivisches und kritisches Bild des Themas zu erzeugen, die aktuelle Diskussion anzuregen und den interdisziplinären Austausch zu fördern. Im Fokus der Tagung stehen dabei die folgenden sowohl erkenntnisleitenden als auch verbindenden Fragestellungen:

  • Welche Wirkung hat Digitalität auf Sprache und wie unterscheidet sich die Sprache in der digitalen Welt von derjenigen in der analogen?
  • Welche Formen (z.B. Leetspeak, multimodale Kommunikationsformen) und Funktionen von Sprache/Sprachgebrauch lassen sich im Netz feststellen und kann im Zuge dessen gar von distinkten Varietäten gesprochen werden?
  • Inwiefern trägt eine politische/juristische Regulierung von Sprache in der digitalen Welt zur Schaffung von neuen sprachlichen Varianten und zu einer Bedeutungsveränderung von bestehenden lexikalischen Ausdrücken bei (z.B. Zensur als Innovationstreiber, Free Speech vs. Hate Speech, liberales Web vs. normative Sprachpolitik)?

Abstracts

Wir ermutigen insbesondere den akademischen Nachwuchs zur Einreichung von Beitragsvorschlägen. Die Vortragsslots werden jeweils 20 Minuten Vortrag und 15 Minuten Diskussion umfassen. Die Tagungssprache ist Deutsch. Abstracts (ca. 300 Wörter, exklusive Literaturangaben) erbitten wir bis zum 02.09.2022 via Conftool einzureichen.

Die Teilnahme am Symposium ist kostenlos.

Wir freuen uns, Sie zum 28. LIPP-Symposium begrüßen zu dürfen!